Rentaro Taki - Japans bedeutendster Komponist

Rentaro Taki, unbekannter Fotograf
und unbekanntes Datum 
Am 24. August 1879 kommt in Tokio Rentaro Taki zur Welt - einer der bedeutendsten japanischen Komponisten und Pianisten. Taki kam zwar in Tokio zur Welt, sah in seiner Kindheit jedoch viele Orte, da er durch den Job seines Vaters öfters umziehen musste. 1901 machte Taki seinen Abschluss an der Musikschule von Tokio, bevor er nach Deutschland ging, um seine Ausbildung fortzusetzen. In Leipzig, am Königlichen Konservatorium, studierte er als erster japanischer Musikstudent Komposition beim Musiktheoretiker Salomon Jadassohn und Klavier beim Pianisten Robert Teichmüller. 

Leider konnte Taki seine Ausbildung nicht beenden - 1902 erkrankte er an Tuberkulose und kehrte nach Japan zurück. 1903 starb er im Alter von nur 23 Jahren. Nicht trotz, sondern wegen seines frühen Todes ist Taki in Japan heute sehr bekannt und wird wegen seiner grandiosen Kompositionen regelrecht verehrt. Es gibt sogar Filme über ihn und sein Leben. Obwohl er in Deutschland relativ unbekannt ist, gibt es in Leipzig in der Straße, in der Taki gelebt hat, ein Denkmal, das Taki dieselbe Ehrung erweist wie berühmten deutschen Komponisten aus Leipzig, wie zum Beispiel Mendelsson-Bartholdy. 

Die Werke des Rentaro Taki 

Obwohl er leider nicht besonders alt geworden ist - wäre er nicht erkrankt würde kein Zweifel daran bestehen, dass Taki ein international bekannter Komponist und Pianist geworden wäre - hinterlässt er uns einige Kompositionen, von denen viele in Japan heute als Volkslieder gelten. So auch Kojo no Tsuki. Kojo no Tsuki bedeutet auf Deutsch ungefähr "Mondlicht über der Ruine der Burg". Eigentlich ist Kojo no Tsuki ein Gedicht des japanischen Dichters und Anglisten Doi Bansui (der unter anderem auch in Leipzig studiert hat, Rentaro Taki aber in London traf), in dem es um die Burg bei Sendai geht. Taki dachte bei der Komposition der Musik allerdings an das Schloss Oka, das er aus seiner Kindheit kannte. Bansui und Taki arbeiteten beide im Auftrag der Musikschule Tokio, als sie Kojo no Tsuki schufen. Heute ist das Lied in Japan ein beliebtes Volkslied, doch besonders Takis Musik ist berühmt. Sogar die Scorpions, eine deutsche Rockband, haben Kojo no Tsuki einmal gesungen. 

Ein weiteres sehr bekanntes und beliebtes Werk Takis ist Hana ("Blume"). Sein letztes Werk, das er vier Monate vor seinem Tod in Oita, Japan schrieb, Urami ("Bedauern") ist eines meiner Lieblingslieder und auch ein in Japan sehr bekanntes Lied. Der Kult um die Person Rentaro Taki in Japan, wo er auch als japanischer Schubert bekannt ist, ist absolut nachvollziehbar und ich finde es schade, dass Taki und seine Musik in Deutschland bloß in Leipzig bekannt sind. In Japan hingegen gibt es nicht nur einen Film über Taki, sondern sogar ein Rentaro-Taki-Museum. Als Kind lebte die Taki-Familie für einige Zeit in Taketa, einer romantisch anmutenden Siedlung über der auf einem Berg die Burg Oka liegt, die die Stimmung aus Takis Musik widerspiegelt. Hier liegt das Museum. Leider kann ich euch gar nicht mehr über Rentaro erzählen, da über sein kurzes Leben leider nicht allzu viel bekannt ist. Daher möchte ich diesen Artikel mit einem seiner Lieder beenden. 

Ich habe mir bewusst nicht das berühmte Kojo no Tsuki ausgesucht, sondern Urami. Ich hoffe, euch gefällt das Stück auch so gut wie mir und ihr sorgt dafür, dass Rentaro Taki auch in Deutschland etwas bekannter wird. Am Rande ist Rentaro Taki nämlich auch ein weiteres Beispiel dafür, dass es auch in der Vergangenheit nicht-weiße Menschen in Europa gab, was leider zu oft abgestritten wird. Japanische Studenten in Deutschland und England zum Beispiel waren keine Seltenheit, wie nicht nur das Beispiel Rentaro Taki zeigt, sondern natürlich auch Doi Bansui, die Choshu-Fünf oder Sara Forbes Bonetta. Ich werde in Zukunft ein wenig mehr zu berühmten nicht-weißen Menschen bringen, einfach auch um das Bewusstsein für bisher unbekannte, aber unglaublich interessante historische Persönlichkeiten zu erweitern. Denn Rentaro Taki und seine Stücke sind es genauso wert gekannt zu werden, wie Mendelssohn-Bartholdy und Schubert. Viel Spaß jetzt mit dem Stück und in Zukunft hoffentlich wieder mit längeren Artikeln. 



Selbst nachlesen? 


Weitere Quellen und Monographien gibt es leider bloß auf Japanisch. 

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